Wann wir schreiten Seit´an Seit

Veröffentlicht am 23.01.2016 in Landespolitik

„Gute Arbeit für alle“ war der Titel eines Sektempfangs für Gewerkschaftler und Betriebs- und Personalräte am letzten Sonntag in Müllheim. Als Rednerin war Leni Breymaier, stellvertretende Landesvorsitzende der SPD Baden-Württemberg und Landesbezirksleiterin von Verdi eingeladen.

Gastgeberin Birte Könnecke, Landtagskandidatin und Kreisvorsitzende der SPD, spannte zu Beginn den Bogen von der derzeitigen Flüchtlingsdiskussion zu den immer deutlicheren Versuchen, dies für eine Unterhöhlung des Mindestlohns auszunutzen. Dies alleine zeige schon, wie wichtig ein enger Schulterschluss zwischen der Sozialdemokratie und den Gewerkschaften ist.

Gleiches gelte auch für viele andere Themen in der Arbeitswelt, von der viel beschworenen Industrie 4.0 bis hin zu den Herausforderungen des demografischen Wandels.

Leni Breymaier eröffnete ihren Vortrag mit der Frage, ab wann eigentlich der Wert der Arbeit in unserer Gesellschaft an Bedeutung verlor und sie stellte die These auf, dass dies wohl nach dem Fall der Mauer verstärkt stattfand. Seit dieser Zeit prägen die Apostel des Neoliberalismus die öffentliche Meinung. Niedrigere Löhne führten zu mehr Arbeit, mehr privat als Staat, hohe Lohnnebenkosten gefährden Arbeitsplätze seien nur einige der Glaubenssätze, die sich keiner mehr getraut zu hinterfragen.

Dem hätte sich auch die SPD nicht immer entziehen können, aber aus ihrer Sicht ist dies nach wie vor die Partei, mit der man Verbesserungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durchsetzen kann. Dies sei auf Bundes- und Landesebene in den letzten Jahren auch gut gelungen, beispielsweise beim Mindestlohn im Bund, beim Tariftreuegesetz im Land und nach langem Kampf auch beim Bildungszeitgesetz für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Defizite gibt es immer noch beim Thema „Gleicher Lohn für alle“, Es ist beschämend, dass Frauen nach wie vor schlechter bezahlt werden als Männer.

Für die Zukunft der Arbeit sieht auch sie große Veränderungen auf uns zukommen. Durch die Digitalisierung und das, was man unter Industrie 4.0 versteht, werden viele Berufsbilder wegfallen und es ist dabei auch nicht um alle schade. Es stellt sich aber die Frage, wo die Wertschöpfung stattfinden wird und es wird auch nötig werden, dass angesichts des Wegfalls von Arbeit auch die Arbeitszeitfrage wieder diskutiert werden muss.

Sie warb dafür, diese Fragen offensiv und ohne Angst anzugehen. Die SPD sieht sie dafür in Land und Bund bestens aufgestellt.

Oswald Prucker

 
 

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