Älter werden in Kandern

Veröffentlicht am 23.01.2016 in Landespolitik

"Älter werden in Kandern" war Thema des Vorort-Tages, den der SPD-Ortsverein großartig organisiert hatte. Zunächst wurde uns in der Sozialstation das breit gefächerte Aufgabenspektrum erläutert. Nicht nur 27 Pflegekräfte, die ca. 220 Menschen betreuen, auch Beratungsangebote, Dorfhilfe, Familienpflege, Nachbarschaftshilfe, Hauswirtschaftliche Versorgung, Hausnotruf, und vieles weitere mehr werden im großen Einzugsgebiet um Kandern herum angeboten.

Vieles läuft hervorragend, größere Probleme wurden zum einen bei dem mangelnden Wissen der Betroffenen darüber, was möglich ist und was ihnen zusteht, zum anderen bei den zu knappen Tagespflegeplätzen, den überbordenden Dokumentationspflichten sowie der nicht immer gewährleisteten Refinanzierung durch die Krankenkassen gesehen.

Im gegenüber liegenden Luise-Klaiber-Haus konnten wir uns anschließend direkt ein Bild von einer Pflegeeinrichtung mit ca. 80 stationären Bewohnern und 10 Tagespflegeplätzen machen. Hier hat mir besonders gut gefallen, dass die Gemeinschaftsräume auch Vereinen aus Kandern, wie dem Gesangsverein, zur Verfügung gestellt werden, so dass einfach Leben im Haus ist. Problematisch ist die Unterbringung von jüngeren Menschen mit Pflegebedarf, die sich in einer Einrichtung, die ansonsten nur Senioren beherbergt, fehl am Platze fühlen.

Beim sehr angenehmen Gespräch mit Bürgermeister Renkert im Rathaus kamen neben der neuen Gemeinschaftsschule (von der er schwer begeistert ist und die super angenommen wird), der Flüchtlingsunterbringung und dem Ärztemangel im ländlichen Raum auch die Probleme der Anwohner der Museumseisenbahn auf den Tisch. Hier geht er davon aus, dass es zeitnah eine Entlastung der Anwohner geben wird (entweder durch eine Verlagerung des Lokschuppens, oder falls das nicht möglich sein sollte, dann durch technische Verbesserungen), man war sich einig, dass ihr Anliegen ernst genommen und Lösungen gefunden werden müssen.

Abends hatte sich der Begegnungsraum der AWO gut gefüllt, die 4 anvisierten Themenbereiche "Aktiv sein und fit bleiben", "Soziales Leben und Wohnen", "Ärztliche Versorgung" sowie "Betreuung und Pflege" hatten etliche Experten (unter anderem vom DRK, der Sozialstation und einem privaten Pflegedienst) sowie Betroffene angesprochen. Es kam zu einer ausgiebigen Diskussion, wobei auch hier Beratung und Information ein Kernthema war. Konkrete Verbesserungsvorschläge, wie z.B. analog zum Kinderstadtplan auch eine Broschüre für Senioren speziell für Kandern zu erstellen, wurden festgehalten. Der Kommunal- wie Landespolitik wurde etliches mitgegeben, z.B. der Ausbau der Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden und attraktive ÖPNV-Angebote gerade für ältere Menschen, aber auch ein größerer Bedarf für Nachbarschaftshilfe, Besuchsdienste, Bewegungsprogramme, altersgerechte Wohnformen und mehr Förderung für sozialen Wohnraum. Neben dem konstruktiven und lebhaften Austausch wurde durch die hervorragende Verpflegung auch für´s leibliche Wohl gesorgt. Hierfür und allen Organisatoren und Beteiligten ein herzliches Dankeschön.

Birte Könnecke

 
 

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